Lohnsteuerkarte 2020



Die elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale 2020 (ELSTAM 2020) haben zum 01.01.2013 die Lohnsteuerkarte aus Papier abgelöst. Seitdem sind die Arbeitgeber grundsätzlich verpflichtet, die Elektronische Lohnsteuerkarte 2020 zu verwenden. Die letzte Lohnsteuerkarte beantragen aus Pappe konnte man bei den Gemeinden 2010. Nunmehr werden alle Lohnsteuerabzugsmerkmale in einer Datenbank zentral gespeichert.

Die Finanzverwaltung stellt auf Basis dieser Daten den Arbeitgebern die Lohnsteuerabzugsmerkmale 2020 der Arbeitnehmer zum elektronischen Abruf bereit. Bei Beschäftigungsbeginn hat der Arbeitgeber den Arbeitnehmer bei der Finanzverwaltung anzumelden, die von der Finanzverwaltung bereitgestellten ELSTAM 2020 abzurufen, in das Lohnkonto zu übernehmen und sie für die Dauer des Arbeitsverhältnisses anzuwenden.

Auch etwaige Änderungen wird die Finanzverwaltung dem Arbeitgeber zum Abruf bereitstellen. Der Arbeitgeber weist die beim Lohnsteuerabzug berücksichtigten ELSTAM 2020 in der jeweiligen Lohn-/Gehaltsabrechnung aus.

Merkmale Elektronische Lohnsteuerkarte 2020

Wird ein neues Arbeitsverhältnis eingegangen, benötigt der neue Arbeitgeber für den ELSTAM-Abruf folgende Angaben:

  • Steueridentifikationsnummer (Steueridentifikationsnummer),
  • Geburtsdatum,
  • Hauptbeschäftigung oder Nebenbeschäftigung,
  • gegebenenfalls Mitteilung, ob ein Freibetrag im Nebenarbeitsverhältnis zur Anwendung kommen kann.

Je nachdem, ob die Besteuerung im Rahmen einer Haupt- oder Nebenbeschäftigung erfolgen soll, ruft der Arbeitgeber die individuellen ELSTAM 2020 mit der günstigeren Steuerklasse I bis V (Hauptbeschäftigung) oder die Steuerklasse VI (Nebenbeschäftigung) ab. Diese Angabe ersetzt die frühere Vorlage einer entsprechenden Lohnsteuerkarte 2020 mit Steuerklasse I bis V bzw. einer Lohnsteuerkarte 2020 mit Steuerklasse VI.

Der Arbeitnehmer muss sich für den Zugriff auf die Elektronische Lohnsteuerkarte 2020 mit folgenden Informationen authentifizieren:

  • Steuernummer des Arbeitgebers (ggf. Betriebsstättensteuernummer),
  • Identifikationsnummer des Arbeitnehmers,
  • Geburtsdatum des Arbeitnehmers.

Steuerratgeber 2019

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Wie komme ich an meine Steueridentifikationsnummer 2020

Die Steueridentifikationsnummer 2020 wurde Ihnen vom Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) schriftlich mitgeteilt. Sie ergibt sich z.B. auch aus dem Einkommensteuerbescheid zur Lohnsteuer 2020 und dem Schriftverkehr mit dem Finanzamt. Ist Ihnen die Steueridentifikationsnummer nicht bekannt, weil z.B. das Anschreiben nicht mehr auffindbar ist, haben Sie die Möglichkeit, sich vom BZSt die Steueridentifikationsnummer erneut mitteilen zu lassen. Das BZSt benötigt für die Mitteilung der Steueridentifikationsnummer 2020 folgende Daten:

  • Name,
  • Vorname,
  • Adresse (Straße, Hausnummer, Postleitzahl und Ort),
  • Geburtsdatum,
  • Geburtsort.

Die Steueridentifikationsnummer kann von jedem Bürger schriftlich beim Bundeszentralamt für Steuern unter folgender Adresse angefordert werden:

Bundeszentralamt für Steuern, Referat St II 6, 53221 Bonn oder per E-Mail an poststelle@bzst.bund.de

Zusätzlich besteht die Möglichkeit, die Steueridentifikationsnummer 2020 mittels Eingabeformular auf der Internetseite des BZSt (www.bzst.de) anzufordern.

Auf Antrag können Sie bei Ihrem zuständigen Wohnsitzfinanzamt Auskunft über die für Sie gebildeten Lohnsteuerabzugsmerkmale 2020 sowie über die durch Ihre Arbeitgeber in den letzten 24 Monaten erfolgten Abrufe der ELSTAM 2020 erhalten (amtlicher Vordruck „Antrag Lohnsteuerabzugsmerkmale 2020“). Ferner können Sie Ihre Lohnsteuerabzugsmerkmale 2020 auch im Elster Online-Portal einsehen.

Möchten Sie die Abrufmöglichkeiten der Elektronischen Lohnsteuerkarte 2020 begrenzen, besteht die Möglichkeit, einen oder mehrere zum Abruf von ELSTAM 2020 berechtigte(n) Arbeitgeber zu benennen (Abrufberechtigung, „Positivliste“) oder bestimmte Arbeitgeber von der Anrufberechtigung auszuschließen (Abrufsperre, „Negativliste“). Die fehlende Abrufberechtigung hat allerdings zur Folge, dass Ihr vom Abruf ausgeschlossener Arbeitgeber den Lohnsteuerabzug nach der Steuerklasse VI durchzuführen hat.

Welche Vorteile hat die Elektronische Lohnsteuerkarte 2020

Notwendige Informationen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber und dem Finanzamt werden durch die Elektronische Lohnsteuerkarte 2020 per EDV ausgetauscht und das bringt:

  • Verlässliche Information,
  • Schnelle Information,
  • Nur noch das Finanzamt ist für Änderungen zuständig,
  • Besuche bei der Gemeinde werden unnötig,
  • Kein Verlust der Lohnsteuerkarte 2020 mehr möglich,
  • Änderungen der Lohnsteuerkarte 2020 erfolgen elektronisch,
  • Hohe Sicherheit und hohe Datenverfügbarkeit.

Wie kann man eine Lohnsteuerkarte 2020 beantragen

Um eine Lohnsteuerkarte 2020 beim Arbeitgeber einreichen zu können, muss jeder über diese erst einmal verfügen. Beim zuständigen Rathaus bzw. bei der Gemeindeverwaltung können alle Arbeitnehmer eine Lohnsteuerkarte beantragen. Weil die Erstellung nicht sofort erfolgt, wird die Karte dem Antragsteller auf dem Postweg zugeschickt. Im Folgejahr wird ihm die Karte automatisch zugesandt, wobei dies je nach Gemeinde nur für die erste Karte gilt: Wer einen Zusatzjob ausübt, muss meist erneut bei der Behörde eine weitere Lohnsteuerkarte 2020 beantragen.

Ausländische Staatsbürger können eine Lohnsteuerkarte beantragen, wenn sie persönlich erscheinen und ihren Pass vorlegen. Eine neue Lohnsteuerkarte 2020 beantragen muss jeder beim Ordnungsamt, dessen persönlichen Verhältnisse sich z.B. durch Heirat oder Geburt ändern. Nach Erhalt der Lohnsteuerkarte ist jeder verpflichtet, alle Angaben sofort zu prüfen, weil nur die Behörde Korrekturen vornehmen darf.

Was muss zunächst der Gemeinde/Stadt gemeldet werden

Eheschließungen, eine Geburt oder der Kirchenaustritt sind zunächst mit der Gemeinde, Stadtverwaltung abzuklären bzw. durchzuführen.

Folgende melderechtlichen Vorgänge werden im Anschluss an den gemeindlichen Vollzug, automatisch an Ihr Finanzamt übermittelt:

  • Anschriftenänderung,
  • Kirchenaustritt und Kircheneintritt,
  • Eheschließung,
  • Geburt,
  • Adoption,
  • Tod.

Bei Heirat/Eheschließung wird automatisch unterstellt, dass Steuerklasse 4/4 gewählt wird, wenn beide Ehegatten Arbeitnehmer sind. Eine Änderung beim Finanzamt nach Heirat ist also notwendig, wenn Sie Steuerklasse 3/5 oder auch wenn Sie die Übertragung eines Kinderfreibetrages auf den anderen Ehegatten wünschen.